Gestern ging es von Ponte di San Giovanni aus los. Ich habe mir ja vorgenommen, die Kilometerzahl zu begrenzen, deshalb wurde in Perugia bis in diesen Vorort der Bus genommen.
Dadurch war ich schnell in der Natur und wieder in der herrlichen Hügellandschaft Umbriens. Der Weg führte in den Gemeindeverbund Bevagna. So kam ich noch einmal in Sichtweite zu Assisi und Spello, nur diesmal im Flachland zwischen den Hügeln hindurch. Der Weg war wieder mit googlemaps geplant, bei denen das hier die Via Assisi ist.
Egal wie es heißt, der Weg war richtig und gut gewählt. Ich hatte um 14 Uhr die Gemeinde Torre di Colle erreicht und nach übereinstimmenden Aussagen von PC-Planung, Handy und booking.com, über die ich das Quartier gebucht hatte, sollte die Locanda in einer halben Stunde erreicht sein. Ich ließ mir Zeit und trödelte am Kanal entlang dem Ziel entgegen. Check-in erst ab 15 Uhr. Nach gut zwei Kilometern noch kein Hinweis aufs Ziel. Ich fragte einen Mann, der mich mitleidig lächelnd ansah (meine jetzige Interpretation) und sagte, ich müsse nur den Hinweisen Sanctuario Madonna della Valle folgen. Da die Adresse genau diese Straße ist, erschien mir das auch logisch. Auf die Frage, wie weit es denn noch sei, sagte er 3km. Nach 1,5 km ging es plötzlich in die Berge. Da heißt es Madonna des Tales und dann das! Nach mehr als 3 km war kein Ende abzusehen und auch keine Spur einer menschlichen Behausung. Es gibt schon ein komisches Gefühl, wenn die Sonne hinter den Bergen verschwindet und man sich immer weiter von der Zivilisation entfernt. Es geht immer weiter nach oben
keine Heizung. Das erklärte dann auch die Verzögerung: in mein Zimmer wurden zwei elektrische Heizungen gebracht, die sich redlich mühten. Nach so einem Tag friere ich auch bei 22°C, zumindest bis ich etwas gegessen habe. Ich bin also nach einer heißen Dusche mit allen Sachen, die ich anziehen konnte unter die angewärmte Decke gekrochen, bis es Zeit war, essen zu gehen. Da wurde deutlich, dass ich der einzige Gast war. Ein Tisch stand direkt vor dem Kamin, der so groß war, das man einen Kleinwagen darin parken konnte und hinter mir stand ein Heizpilz. Das Essen war sehr gut und ich werde mir diese Unterkunft sicher noch einmal bei 25°C Außentemperatur ansehen.
Eine Besonderheit in Italien sind diese Schilder.
Alte Burgen, große Landsitze und das alles malerisch verteilt. Im Prinzip war das heute ein Kursus im Italien-Klischees-Fotografieren.
Das Tollste war dann natürlich dieser Dunst, der die Hügelketten voneinander trennt. Auch wenn das Foto der Wirklichkeit nicht gerecht wird.
Nun, es ist Zeit für ein neues Rätsel. Damit die Sonne auch noch eine Chance hat vor den Ferien zu gewinnen, ist das Rätsel auch nicht zu schwer. Ihr müsst nicht um die Ecke denken sondern einfach nur rausfinden, was das hier ist.