Heute ging ich ganz entspannt von Modica nach Ragusa, knapp 15km. Die nächsten beiden Tage sind jeweils 30km zu wandern, heute also nur zum Angewöhnen nach dem Wochenende und der ganzen Busfahrerei der vergangenen Woche.
Das schöne Wetter ist vorbei, es ist kühler und die ganze Woche soll es regnen. Heute begann der Regen zum Glück erst als ich in Ragusa ankam.
Noch einmal ein Blick auf Modica, während ich mich durch enge Gassen und über Treppen aus dem Tal heraus arbeitete.
Kurz vor dem Ortsausgang kam ich an der Produktionsstätte der Schokoladenmeister vorbei. Die kleine Tafel mit Majoran hat den gestrigen Abend nicht überstanden.
Ich ging die ss 115 nach Ragusa und war angenehm überrascht, dass sich der Verkehr in Grenzen hielt. Ich hatte Zeit, den Blick über das Tal schweifen zu lassen.
Die Obstbäume sind kurz vor der Blüte, erst ein kleiner Teil hat bereits geblüht. In einigen Tagen muss es ein herrlicher Anblick sein.
Die Straße schlängelt sich am Hang entlang, auf der gegenüber liegenden Seite sah ich das erste Windrad Siziliens, nein, Italiens.
Das gesamte Hinterland ist bergig, mein Weg führt mich aber morgen wieder an die Küste. Es gibt dort eine antike Stadt, die ich mir wahrscheinlich nicht mehr ansehen werde, wenn ich dort ankomme.
Plötlich taucht nach einer Kurve Ragusa auf. Die Altstadt liegt auf zwei Hügeln, Ibla heißt der Teil, der hier zu sehen ist. Die Kuppel gehört zum Duomo San Giorgio. Mein Hotel liegt natürlich auf dem anderen Hügel. Das "Vittorio Veneto" ist aber eines der schönsten Hotels meiner bisherigen Tour.
Der Hügel auf der linken Seite gehört auch noch dazu, ist aber eher der Neubauteil. Die Stadt ist wieder eine Hochburg des Barock und gehört natürlich zu den Städten, die von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen wurden.
Nach dem Schauer heißt es für mich runter von meinem Hügel und rüber und rauf nach Ibla. Der Teil ist der touristischere, jede Menge Spezialitätenläden, von Käse und Wurst über Schokoladen bis zu Kunsthandwerk, hauptsächlich Keramik.
Ich sammle schon seit einer Weile Abbildungen vom Heiligen Georg. Ich finde es faszinierend, wie unterschiedlich die Künstler den Drachen dargestellt haben, gegen den er zu Felde zog um die holde Jungfrau zu befreien. In der Kirche gibt es eine lebensgroße Holzfigur, ein Bild und hier draußen die kleine Bronze auf dem Tor. In den meisten Fällen ist der Drache nicht größer als ein Hund, kein Grund also, so einen Aufriss zu machen. Selten hat man den Drachen als wirkliche Herausforderung dargestellt. Ich finde, das schmälert auch ganz beträchtlich die Leistung des Reiters.
Der Platz vor dem Dom ist zur Hälfte verkehrsberuhigte Zone. Noch mehr als heute kann man den Verkehr kaum beruhigen.
Diese Mini-Eisenbahn im Park, direkt beim Denkmal für die Gefallenen, ist eine solche geschmacklos bunte Scheußlichkeit, die musste ich Euch zeigen. Ich habe sie auch noch größer, aber ich denke, das reicht.
Von dieser Kirche Santa Maria dell' Itria seht Ihr auf einem der oberen Bilder schon den Kirchturm, der mit Majolikafliesen verkleidet ist.
Zum Glück gibt es in der Stadt mehr Treppen als Straßen, das verkürzt die Wege ganz beträchtlich. Ich kann Euch heute nicht viel erzählen über Ragusa. Mir fehlte die Zeit, mich genauer damit zu beschäftigen. Ich wollte Euch nur noch einmal zum Beginn der Woche ein paar Bilder zeigen. In den nächsten Tagen bin ich nicht sicher, ob ich Internet habe, erst am Wochenende bin ich sicher, dass ich mich melden kann.